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Die besten ÖFilm-Trailer 2017

Wenn der Winter an die Tür klopft, der Advent im vollen Gange ist und Weihnachten naht, sind die Menschen bestens mit Jahresendritualen eingedeckt. Eins der schönsten davon sind Bestenlisten, und auch wir wollen uns da nicht lumpen lassen. Wir präsentieren: Die besten 5 österreichischen Spielfilmtrailer des Jahres 2017.

Wir schicken voraus: Wir sind keine Experten. Zu mehr als ein paar Schnitt-Unterrichtsstunden auf der Uni haben wir es nicht gebracht, und wir besitzen kein größeres Know-How darüber, wie man spannende Trailer schneidet. Was wir aber sind:  einfach begeisterte Konsumenten österreichischer Filme, die sich gerne dazu verlocken lassen, ihre Hintern hochzubewegen und 10 Euronen für einen Kinobesuch auf die Kassa zu legen. Gut, wir vom Bruttofilmlandsprodukt gehen sowieso fast jeden österreichischen Spielfilm im Kino, aber wir wünschen uns auch, dass es mehr unserer Mitmenschen tun. Und wie besser jemanden zu einem Kinobesuch bewegen, als einen spitzenmäßigen Trailer zu verlinken?

Wenn wir ehrlich sind, hätten wir diesen Artikel gerne zu einer Top 10-Liste ausgeweitet, konnten aber nicht genügend gute Trailer aufstöbern. Wir haben das Gefühl, dass hier noch dringend Nachholbedarf in Österreich besteht. Zu oft denken wir nach dem Sichten eines Trailers: Hoffentlich müssen wir diesen Film nie schauen. Zu oft bleiben wir ratlos zurück und müssen uns fragen: Warum sollen wir uns dafür jetzt interessieren? Und zu häufig verlässt man sich auf pseudointellektuelles Klaviergeklimpere oder lieblos zusammengeklatschte Szenen. Am allerschlimmsten finden wir jedoch, wenn man auf dicke Hose und große Kunst macht, ohne jegliche Stimmung zu erzeugen – da überlegen auch wir es uns mit dem Kinobesuch noch einmal anders.

Aber nun genug gemeckert, hier nun unsere fünften Lieblingstrailer des Jahres, die Lust auf mehr machen.

5. SIEBZEHN

© Orbrock Film

„Siebzehn“ ist ein Film voller Sehnsucht, und sein Trailer spiegelt das wunderbar wieder. auch wenn es ruhig ein wenig mehr von „Lost Love“ zu hören hätte sein können als eines dieser sinnlichen, sehnsüchtigen „uh-uh-uuuh-uh“s. Lernen, lieben, tanzen, und im Sommer mit den Freunden im Tümpel planschen, die eigene Sexualität erkunden und Autofahren lernen – der Trailer von „Siebzehn“ geizt nicht mit Bildern, die einen selber wieder in seine Schulzeit zurückversetzen. Vor allem der provokante Beginn („Wenn die Paula dich küssen würdet, würdest sie dann zurückküssen?) und das ungezwungene, so echt wirkende „Ich… ich mag Freaks“ lassen vermuten, dass dieser Film die Jugendzeit authentisch und aufregend wiederspiegelt. Ob der Film das dann auch tut, könnt ihr bei uns im Podcast zu „Siebzehn“ nachhören.

4. Baumschlager

© Dor Film/Foto: Vered Adir

Der bei weitem lustigste ÖFilm-Trailer des Jahres, voller großartiger Kontraste („Endlich Frieden.“ – prompt explodiert eine Granate) und jeder Menge Verwechslungsgeschichten und Missverständnisse. Der größte Erfolg des Trailers ist es aber, wie er den Namen des Protagonisten zur Marke hochstilisiert, weil jede Figur was von diesem Baumschlager-Typen haben will, während Baumschlager selber nicht den Eindruck macht, dass er jemanden irgendetwas zu bieten hätte. Mit jeder Erwähnung seines Namens wird er lustiger – so bleibt der Filmtitel erfolgreich in Erinnerung. Leider auch zu sehen/hören: Die Synchronisation wirkt nicht so dolle… Ebenfalls schade: Bei wohl keinem anderen Trailer auf dieser Liste fanden wir die Lücke zwischen Trailer und Film so klaffend.

3. Die Blumen von gestern

© Filmladen

Hier ist ein Trailer, der sichtlich in einer ganz anderen Liga spielt, dessen Timing viel präziser auf die Musik abgestimmt zu sein scheint als die Konkurrenz. Dass da offensichtlich mehr Geld, Aufwand und Professionalität dahintersteckt, ist nicht verwunderlich, ist es schließlich auch jener Film in dieser Liste mit dem geringsten österreichischen Anteil und damit mit einem größeren potentiellen Zielpublikum. Die Bilder sind schön, die Musik toll und die Gags ganz gut, während der Rhythmus stimmt und die Zitate von Tiefgang sprechen – der Trailer lässt keine Wünsche offen. Gleichzeitig muss man aber auch erwähnen, dass er bisschen eine Mogelpackung ist: Den tatsächliche Film fanden wir deutlich weniger komisch als der Trailer, weil in diesem fast alle Witze des Spielfilms enthalten sind.

2. Wilde Maus

© Filmladen

„Wilde Maus“ ist nicht umsonst der erfolgreichste heimische Kinofilm des Jahres. Zwei entscheidende Faktoren dafür: die Marke Hader sowie die beste ÖFilm-Marketingkampagne der letzten Jahre. Der Trailer zum Film greift das Motiv der Kampagne in mehrerlei Hinsicht auf (oder ist es umgekehrt?), vom knalligen gelb, dem so bemüht prominent platzierten und dadurch seine eigene Komik entwickelnden „Buch & Regie: Josef Hader“ bis hin zur Freude an der titelgebenden Attraktion. Vor allem aber ist es die klassische Musik (Corelli – La Follia), die dem Trailer seine markanteste Note gibt. Klassische Musik ist bei österreichischen Trailern häufig eher Grund zur Besorgnis, „Wilde Maus“ ist da hingegen die Ausnahme: Der Trailer lässt sich von dem Stück eine frenetische Energie verleihen, die mit dem Film verschmilzt. Das Resultat: der ikonischste Trailer der letzten Jahre, an den wird man sich noch in Jahren erinnern. Ob an den Film auch, da sind wir uns nicht ganz so sicher.

1. Teheran Tabu

© Viennale

Manchmal sind es auch die einfachen Mittel, die Stimmung erzeugen. Im Trailer zu „Teheran Tabu“ gibt (wie in so vielen Trailern ja im Grunde) die Musik den Ton an, in diesem Fall ein Hollywood-esques Soundtrack-Stück, das eine epische, hochemotionale Geschichte verspricht. Gepaart mit enorm starken Bildern (das zufallende Gittertor, die Hängung an den Baukränen) und plakativen, aber dennoch authentisch wirkenden Zitaten („gar nicht zu vereinbaren mit islamischen Werten“) verheißt der Trailer ein Kaleidoskop menschlicher Tragödien in der titelgebenden Stadt. Besonders das Ende hat es uns angetan: Die Musik wird langsamer, das Klavier melancholischer und der Bass verschwindet, während die Figuren sehnsuchtsvoll über die Stadt blicken und sich eine schönere Zukunft wünschen. Wenn der Trailer seine eigene Geschichte zu erzählen weiß, erkennt man spätestens, dass man hier gerade was Besonderes gesehen hat.

Das waren unsere Trailer-Highlights des Jahres. Gerne hätten wir auch Serien-Trailer in unser Ranking inkludiert, aber leider gab es weder viele Serien noch ansprechende Trailer dazu. Vielleicht ja nächstes Jahr?

Und welche Trailer haben euch überzeugt? Und welche gingen gar nicht? Lasst es uns wissen!