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Kritik: Casanova Variations

Michael Sturminger bringt sein eigenes Theaterstück mit John Malkovich von der Bühne ins Kino und verbindet Film, Theater und Backstageabläufe zu einem inkohärenten und langwierigen Kunstwerk.

John Malkovich ist Giacomo Casanova ist John Malkovich. Es dauert ein wenig, bis man die Handlung begriffen hat. Zu sehr haben wir uns an sprachliche Knappheit und den Verlust von sozialen Gesprächskonventionen gewöhnt und so wirkt die Sprache des 19. Jahrhunderts – oder zumindest das was uns hier präsentiert wird – etwas schwülstig. Der alternde Casanova verbringt seine letzten Lebensjahre als Bibliothek eines reichen Gutsherren und bekommt Besuch von einer geheimnisvollen(?) Dame (Veronica Ferres). In – nennen wir es einmal Rückblenden – erzählt er aus seinem Leben in Form eines Theaterstücks mit Zuschauerinteraktion.

Ganz geht das Konzept nicht auf. Zu wenig passiert, zu lange muss man auf zu wenige Momente echten Kinos warten. Das John Malkovich und Veronica Ferres nicht singen (können), wird mithilfe von ausgezeichneten Doppelgängern kompensiert, die auch zeitweise als Anschauungsobjekte der Vergangenheit herhalten müssen. So kommen Opernfans auf ihre Kosten, stammt doch die Musik fast auschließlich aus bereits bekannten Opern von W.A. Mozart.