Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Kritik: Das ewige Leben

Brenner ist wieder da und besser als je zuvor. Diesmal zieht der Wolf Haas-Wanderzirkus eine Schneise des Todes durch Graz und die Vergangenheit von Hauptfigur Brenner. Haas, Josef Hader und Wolfgang Murnberger at it again, das Rezept funktioniert noch immer.  

„Jetzt ist schon wieder was passiert“

Auch diesmal darf Herr Hermes die ikonischen Worte aus jedem Brenner-Roman sprechen. Doch bevor wirklich was passiert muss der Brenner (Josef Hader) sich einmal sammeln. Die soziale Abwärtsspirale findet ein Ende (weil irgendwann ganz unten) und so zieht es den Privatdetektiv in seine Heimatstadt Graz, wo das Elternhaus vor sich hin schimmelt und nur von einem hübschen Streunerkater bewohnt wird. Dort nistet sich der Brenner ein und trifft einmal gewollt und einmal unfreiwillig auf alte Freunde von der Polizeischule. Köck (Roland Düringer) führt nicht sehr erfolgreich einen Gebrauchtmöbelhandel und Aschenbrenner (Tobias Moretti) hat es inzwischen bis zum Oberkrimineser geschafft. Doch die gemeinsame Vergangenheit holt sie ein und Brenner ist mit mehr Waffen, Leichen und Wasser konfrontiert, als ihm lieb ist. Und dann gibt es auch noch die junge Psychologin (Nora von Waldstätten), die mehr mit der Altherrenpartie zu tun hat, als sie zuerst ahnt.

Dass der Brenner kein glorreicher Verfechter von Recht und Ordnung ist, das war uns schon bekannt. Dass er es in seiner Jugend  – durch zahlreiche Rückblenden visualisiert – fast übertrieben hätte, das bringt uns eine weitere Ebene dieses „Helden“ nahe. Josef Hader bringt wieder jede Menge Witz, glaubwürdiges Desinteresse am Leben und Routine in seine Interpretation des Brenners ein, der mit Tobias Moretti ein genialer Gegenspieler gegenüber steht. Überhaupt ist „Das ewige Leben“ bis in die kleinsten Rollen hervorragend besetzt, was sich auf die Gesamtqualität massiv auswirkt – ein, zwei platte Monologe von Hary Prinz trüben das Gesamtbild nicht. Ein gelungener und amüsanter Krimi ohne Längen, der aber den geübten Kinogänger nicht sonderlich überraschen wird. Supergeniale Twists sind nämlich Mangelware, die sind aber auch nicht unbedingt das Merkmal der Romanvorlagen.

Ob es noch weitere Brenner-Verfilmungen geben wird? Vier offene Bücher lassen hoffen, dass uns der schrullige Privatdetektiv erhalten bleibt. Und für regelmäßige Ausstrahlungen am Sonntag Abend wären die Filme auch geeigneter als der ein oder andere langweilige Tatort.

Zum Anschauen empfohlen!

http://www.dasewigeleben.at/