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Kritik: Macht Energie

Land der Berge, Land der Dokus. In der neuen Kinodokumentation „Macht Energie“ von Hubert Canaval und Corinna Milborn wird unser Umgang mit Energie und den Ressourcen der Natur hinterfragt. Nur leider nicht gut.

Es beginnt mit süßen Eisbären, gefolgt von vielen bewegten Bildern, die von Krieg bis globaler Erwärmung und Umweltkatastrophen aller Art kein zukünftig mögliches Horrorszenario unerwähnt lassen. Wie gehetzt wechseln die Schauplätze in „Macht Energie“ und nehmen sich mit einer Ausnahme keine Zeit für ihre Protagonisten und ihre Probleme. Nur das Atomstrom-Segment kommt einem überproportional lang vor. Wie vorhersehbar.

Schwache Bilder

Auch die Bilder können nicht überzeugen. Zu sehr Standard, zu wenig aussagekräftig und schlicht zu kurz, um wirklich Wirkung zu erzeugen. Wie soll man „Energie“ auch anders darstellen als durch Rauchwolken und Überlandleitungen. Dass dabei die gezeigten Menschen und ihre Schicksale ebenfalls zu kurz kommen, versteht sich von selbst. Dabei sind es gerade die kleinen Einzelschicksale, die dem Film eine menschliche Komponente abringen. vom Arzt in Alaska oder den Kindern in Burkina Faso, denen ein halber Quadratmeter Photovoltaik mehr bringt als eine ganzer Hektar mit sinnloser Energietechnik in Ägypten. Das Thema ist einfach zu groß.

Egal ob der Film seine Stilmittel gut einsetzt oder nicht, dass wir – die Menschheit – schwachsinnig mit unseren Ressourcen umgehen, ist kein Geheimnis. Auch das große böse Firmen da ihre Finger im Spiel haben und die involvierten Staaten niemals für den kleinen Landbewohner mit dem unbrauchbar gewordenen Brunnen einen Finger rühren, qualifiziert sich nicht gerade als „unerwarteter Erkenntnisgewinn“. Wozu also der Film?

Kinofilm oder Unterrichtsmaterial?

Zum einen eignet sich der Film als Unterrichtsbeispiel. Dass auf der Website des Films schon entsprechendes Begleitmaterial für den Schuleinsatz verfügbar ist, gehört zu seiner geplanten Auswertungsstrategie. Aber dann sollte der Film auch entsprechende Förderungen erhalten und sich auch auf diesem – absolut sinnvollen und gerechtfertigten – Weg sein Publikum suchen. Im Kino hat das nur bedingt etwas verloren.