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Österreichischer Filmpreis – Auszeichnungen in Zahlen

Wer den Film, die Stars oder einfach bloß Zahlen liebt, der ist sicher mal über die Statistiken und sonstige Trivia zu den verliehenen Filmpreisen wie Oscars oder Golden Globes gestolpert. Für den Österreichischen Filmpreis fehlte ein statistischer Überblick und Bestenliste bislang. Bis jetzt, denn wir haben nachgebessert.

Einen Artikel mit Trivia bezüglich Nominierungen findest du HIER.

Stand inkl. Verleihung 2018

Wie bei jedem Datenhaufen gilt: je mehr, desto spannender. Noch sind die Erkenntnisse unspektakulär, wir hoffen aber, dass sich das im Laufe der Jahre ändern wird. Und irgendwann muss man ja schließlich anfangen. Am Besten also jetzt, wo die Daten noch halbwegs übersichtlich – sind ja „nur“ sieben Jahre – und ohne großen Aufwand aufzuarbeiten waren. Die Datenquellen sind dokumentiert, Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen.

Filme

58 von 147 nominierten Filmen erhielten bisher 1 oder mehr Auszeichnungen. Insgesamt 116, also genau 2 im Schnitt. Auch hier gilt, dass Kurz- und Dokumentarfilme gleich vom Start weg Nachteile haben. Spielfilme stellen mit 40 die meisten Preisträger, auf die restlichen 13 Kurz- und Dokumentarfilme entfallen überhaupt nur 3 weitere Auszeichnungen.

Meiste Auszeichnungen

  1. „Das Finstere Tal“ (2015): 8 Auszeichungen
  2. „Atmen“ (2012): 6 Auszeichnungen
  3. „Ich seh Ich seh“ (2016), „Die beste aller Welten“ (2018) und „Licht“ (2018): 5 Auszeichnungen

The Sweepers – Alle Nominierungen in Auszeichnungen umgewandelt

  1. „Atmen“ (2012): 6 von 6
  2. „Die Unabsichtliche Entführung Der Frau Elfriede Ott“ (2011): 3 von 3
  3. „Mahler Auf Der Couch“ (2011), „Die Vermessung der Welt“ (2013), „Meine keine Familie“ (2014): je 2 von 2

Meiste Preise, ohne als Bester Film/Bester Dokumentarfilm nominiert gewesen zu sein

  1. „Shirley – Visions of Reality“ (2014) und „Jack“ (2016)“: je 3 Auszeichnungen bei 5 Nominierungen
  2. „Blutgletscher“ (2014) und „Stille Reserven“ (2017): 3 Auszeichnungen bei 4 Nominierungen

Da meistens mit der Nominierung zum Besten Film auch Nominierungen für Regie und Drehbuch einhergehen, starten Filme ohne diese „Königskategorien“ schon mit einem Handicap in die Verleihung.
(Anm.: Das ist kein Automatismus, aber ein statistischer Zusammenhang ist ablesbar. Von den genannten Filmen hatte z.B. kein einziger eine Nominierungen für Regie oder Drehbuch. Nachweis in den Daten und auf Nachfrage gerne mehr dazu.)

Meiste Auszeichnungen für einen Dokumentarfilm

  1. „Untitled“ (2018): 4 Auszeichnungen bei 5 Nominierungen
  2. „Whore’s Glory“ (2012): 2 Auszeichnungen bei 4 Nominierungen
  3. „Meine keine Familie“ (2014): 2 Auszeichnungen bei 2 Nominierungen

Auch Dokumentarfilme starten Mangels Darstellern und Drehbuch mit weniger Chancen in den Nominierungsprozess.

Nullnummern – Meiste Nominierungen ohne Auszeichnung

  1. „Die Hölle“ (2018): 7 Nominierungen, 7 Mal leider nichts bekommen
  2. Die Wand“ (2013), „Oktober November“ (2014), „The Strange Case of Wilhelm Reich“ (2014), „Macondo“ (2015), „Das Ewige Leben“(2016) und „Kater“ (2017): jeweils 5 Nominierungen ohne eine einzige Auszeichnung
  3. „Gruber geht“ (2016): 4 Nominierungen ohne Auszeichnung

Eine Statistik, in der keiner ganz oben sein will. Gleich sechs Filme konnten trotz 5 Nominierungen keinen Preis mit nach Hause nehmen. Besonders bitter: bis auf „The Strange Case of Wilhelm Reich“ waren auch alle Filme als „Bester Film“ nominiert. Offenbar war nur die Summe aller Teile gut, aber kein Department für die Mitglieder der Akademie herausragend.

Personen

Meiste Auszeichnungen

  1. Bernhard Maisch: 5 Auszeichnungen bei 15 Nominerungen
  2. Martin Gschlacht: 4 Auszeichnungen bei 9 Nominierungen
  3. Monika Willi: 4 Auszeichnungen bei 5 Nominierungen
  4. Dietmar Zuson: 3 Auszeichnungen bei 6 Nominierungen
  5. Ulrich Seidl: 3 Auszeichnungen bei 5 Nominierungen

Keine Überraschung, dass Bernhard Maisch auch bei den Auszeichnungen vorne liegt. Martin Gschlacht hat seine Preise ausschließlich für seine Kameraarbeit erhalten, wenn er mitproduzierte wurde der Film nie als Bester Film ausgezeichnet (4x).

Meiste ausgezeichnete Kategorien

  1. Andreas Prochaska und Hüseyin Tabak: je 3 Auszeichnungen in 3 unterschiedlichen Kategorien

Obwohl Film wie kaum eine Kunstgattung sonst eine Teamleistung ist, gibt es immer wieder Multitalente. 3 unterschiedliche Kategorien zu gewinnen ist allerdings nicht so unwahrscheinlich (siehe nächster Punkt)

Meiste Auszeichnungen bei einer Verleihung

  1. Hüseyin Tabak: 3 Auszeichnungen

Zwei und auch drei Auszeichnungen bei einer Verleihung sind, obwohl natürlich beeindruckend und erwähnenswert, doch nicht so erstaunlich und werden vermutlich in Zukunft noch öfter vorkommen. Im Regie-zentrierten österreichischen Filmschaffen wird oft auch Drehbuch und Produktion von Regisseur oder Regisseurin übernommen. Eine hervorragende kreative Leistung schlägt sich daher oft in Nominierungen in gleich allen drei Kategorien nieder.

Bisher leer ausgegangen

  1. Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Philipp Mosser und Wolfgang Widerhofer: jeweils 5 Nominierungen ohne einen einzigen Preis

Das alte Olympiamotto „Dabei sein ist alles“ gilt wohl auch hier. Diese Filmemacher nehmen es sicher sportlich und machen weiter hervorragende Filme.


Anmerkungen, Fragen, Korrekturen bitte jederzeit, alle Kontaktmöglichkeiten findest du HIER. Falls jemand in der Wikipedia die Artikel über den Filmpreis ausbauen möchte, kann gerne auf diesen Text und Daten zurückgegriffen werden.

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