Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Österreichischer Filmpreis – Nominierungen in Zahlen

Wer den Film, die Stars oder einfach bloß Zahlen liebt, der ist sicher mal über die Statistiken und sonstige Trivia zu den verliehenen Filmpreisen wie Oscars oder Golden Globes gestolpert. Für den Österreichischen Filmpreis fehlte ein statistischer Überblick und Bestenliste bislang. Bis jetzt, denn wir haben nachgebessert.

Einen Artikel mit Trivia zu den Auszeichnungen findest du HIER.

Wie bei jedem Datenhaufen gilt: je mehr, desto spannender. Noch sind die Erkenntnisse unspektakulär, wir hoffen aber, dass sich das im Laufe der Jahre ändern wird. Und irgendwann muss man ja schließlich anfangen. Am Besten also jetzt, wo die Daten noch halbwegs übersichtlich – sind ja „nur“ sieben Jahre – und ohne großen Aufwand aufzuarbeiten waren. Die Datenquellen sind dokumentiert, Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen.

Stand inkl. Verleihung 2018

Filme

Insgesamt 147 Filme haben 364 Nominierungen erhalten. Das sind 2,48 im Schnitt. Das ist aber keine besonders aussagekräftige Zahl, denn Dokumentarfilme und Kurzfilme können in vielen Kategorien nicht oder nur sehr schwer Nominierungen erreichen. Es bleibt also hauptsächlich den Spielfilmen vorbehalten, für Rekorde zu sorgen.

Die Anzahl der jährlich nominierten Filme steigt konstant an. Waren es im Premierenjahr 2011 noch 39 (exakt drei pro Kategorie), sind es 2017 schon 54. Mit ein Grund dafür ist, dass dazwischen drei neue Kategorien dazugekommen sind (Bester Kurzfilm 2013 und Beste weibliche Nebenrolle und Beste männliche Nebenrolle 2016). 2015 und 2016 wurden in jeweils einer Kategorie ein zusätzlicher Film nominiert – laut Richtlinien ist das bei Stimmengleichstand möglich.

Meiste Nominierungen für einen Film

  1. „Licht“ (2018): 14 Nominierungen
  2. „Das finstere Tal” (2015): 10 Nominierungen
  3. „Die beste aller Welten“ (2018): 9 Nominierungen
  4. „Amour Fou” (2015) und „Thank You for Bombing!“ (2017): 8 Nominierungen

Die Königsdisziplin: pure Quantität.

Meiste Nominierungen für einen Film, der nicht auch als Bester Spielfilm nominiert war

  1. „Die Hölle“ (2018): 7 Nominierungen
  2. „Vielleicht in einem anderen Leben“ (2012), „Shirley – Visions of Reality“ (2014), „The Strange Case of Wilhelm Reich“ (2014), „Jack“ (2016) und „Untitled“ (2018): je 5 Nominierungen

Oft verbunden mit der Nominierung als Bester Spielfilm sind die Chancen auf Regie und Drehbuch. Beeindruckend, wenn ein Film auch in den „Nebendepartments“ mehrere herausragende Leistungen zeigt.

Meiste Nominierungen für einen Dokumentarfilm

  1. „Untitled“ (2018): 5 Nominierungen
  2. „Whore’s Glory“ (2012): 4 Nominierungen
  3. „Die 727 Tage ohne Karamo“ (2014): 3 Nominierungen

Ohne Chance in den 4 (bzw. früher 2) Darstellerkategorien starten Dokumentarfilme mit Handicap in der Statistik. Mehr als 2 Nominierungen sind jedenfalls eine großartige Leistung. 

Personen

Für die erwähnten 147 Filme wurden insgesamt 505 Namen nominiert. Diese 505 Nominierungen verteilen sich auf 346 Einzelpersonen.

Dateninfo: Die offiziellen Nominierungslisten weisen in beiden Kategorien die Produktion und Regie aus. Laut Richtlinien erhalten die Preise aber nur die ProduzentInnen (Spielfilm) bzw. beide (Dokumentarfilm). Gezählt werden also nur diese Namen, Doppelnennungen wurden nur einmal vermerkt. Siehe Beispiel.

Als Beispiel Bester Dokumentarfilm von 2017. Ulrich Seidl, Arash T. Riahi und Sigmund Steiner wurden nur einmal gezählt, obwohl sie Regie und Produktion ausübten. Bei Spielfilmen würden nur die als ProduzentInnen genannten Personen gewertet. Screenshot: Akademie des Österreichischen Films/Nominierungen 2017

Meiste Nominierungen insgesamt

  1. Bernhard Maisch (Ton): 16 Nominierungen
  2. Martin Gschlacht (Bester Spielfilm, Kamera): 9 Nominierungen
  3. Karina Ressler (Schnitt) und Dietmar Zuson (Ton): 7 Nominierungen
  4. Veronika Hlawatsch (Ton): 5 Nominierungen

Der absolute Anerkennungskaiser ist Bernhard Maisch mit insgesamt 16 Nominierungen bei bisher 8 Verleihungen – also im Schnitt genau 2! Beeindruckend auch Martin Gschlacht, der sich die Nominierungen für Bester Spielfilm oftmals auch an der Kamera erarbeitet hat.

Meiste Nominierungen bei einer Verleihung

  1. Bernhard Maisch: 3 Nominierungen
    2011 und 2016 in jeweils einer einzigen Kategorie (Ton)
  2. Benjamin Heisenberg (2011), Ulrich Seidl (2013) und Hüseyin Tabak (2014): 3 Nominierungen in jeweils drei unterschiedlichen Kategorien.

Zwei weniger spannende Verleihungen hatte Bernhard Maisch zu „erdulden“, da er bereits als Preisträger feststand. Ansonsten war er immer mindestens 2x nominiert. Erst 2017 riss diese Strähne und Maisch musste sich mit einer einzigen Nominierung begnügen. Kann in Zukunft eine einzelne Person 4 oder sogar noch mehr Nominierungen bei einer Verleihung erringen?

Meiste Nominierungen in unterschiedlichen Kategorien

  1. Ulrich Seidl 5 Nominierungen in 4 Kategorien
  2. Oliver Neumann: 5 Nominierungen in 3 Kategorien

Die Allrounder. Zahlreiche Filmemacher warten mit 3-in-3 darauf, in dieser Liste aufgenommen zu werden. Wer schafft es?

Meiste Nominierungen für Regie und Drehbuch zusammen

  1. Jessica Hausner: 2x Regie und 2x Drehbuch, insgesamt 4 Nominierungen
  2. Veronika Franz und Marie Kreutzer: jeweils 1x Regie und 2x Drehbuch, insgesamt 3 Nominierungen

Im europäischen Film, wo Drehbuch und Regie oft in den gleichen Händen liegen, ist es legitim, diese beiden Kategorien zusammen auszuwerten. Sehr vielen Regisseurinnen und Regisseure schaffen dieses Nominierungsdoppel mit ihren hervorragenden Filmen, aber einzig Jessica Hausner ist das bisher 2x gelungen.

Meiste Nominierungen für „Bester Kurzfilm“

  1. Christoph Rainer und Paul Wenninger: je 2 Nominierungen

Kurz und gut, wie die nominierten Filme. Aber wie wird sich die Liste im Laufe der Jahre verändern und in welchen anderen Kategorien tauchen diese Talente wohl noch auf?

Meiste Nominierungen für SchauspielerInnen

  1. Tobias Moretti: 3 Nominierungen für Hauptrollen
  2. Gerti Drassl: 1 Nominierung für Haupt- und 2 für Nebenrollen
  3. Andreas Lust und Ursula Strauß: jeweils 2 Nominierungen für Hauptrollen

Die Kategorie wird im Laufe der Zeit sicher spannend. Bisher haben 4 ganz große Kaliber der heimischen Darstellerriege mehr als eine Nominierung erreicht. Wer kann ihnen folgen?

Anzahl der Jahre (X von 8) mit mindestens einer Nominierung

  1. Bernhard Maisch 8/8
  2. Dietmar Zuson: 7/8
  3. Martin Gschlacht und Karina Ressler: 6/8
  4. Veronika Hlawatsch und Philipp Mosser: 5/7

Auch diese Liste der Dauergäste toppt Bernhard Maisch, der bisher bei jeder Verleihung nominiert war. Wie lange kann diese Serie halten?

Anmerkungen, Fragen, Korrekturen bitte jederzeit, alle Kontaktmöglichkeiten findest du HIER. Falls jemand in der Wikipedia die Artikel über den Filmpreis ausbauen möchte, kann gerne auf diesen Text und Daten zurückgegriffen werden.

Wir freuen uns auf dein Kommentar oder schreibe uns auf Facebook oder Twitter. Unter dem Hashtag #ÖFilm laden wir zur Diskussion über den österreichischen Film ein.

2 Kommentare

Kommentar verfassen