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Oscars 2019 – 3 österreichische Filme im Rennen

In der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ treten dieses Jahr bei den Oscars gleich drei Filme an, die wir guten Gewissens als ÖFilm klassifizieren. Wir analysieren, welche Chancen diese Filme haben.

In guter alter österreichischer Tradition vereinnahmen wir einfach einmal alles, was auch nur ein kleines bisschen Österreich dabei hat. Die Einreichfirst ist vorbei und insgesamt wurden 87 Filme von ebenso vielen Ländern gemeldet. Anfang Dezember wird eine neun Filme umfassende Shortlist ausgewählt, die dann bei der eigentlichen Nominierungsbekanntgabe auf die üblichen fünf reduziert wird.

Film 1 – „Waldheims Walzer“ – Österreich

Der österreichische Beitrag „Waldheims Walzer“ ist natürlich ein „echter“ österreichischer Film. Die Entscheidung einen Dokumentarfilm einzureichen – noch dazu mit so einem lokalen Thema – muss man nicht verstehen. Chancen hat der Film wohl keine, eine Berücksichtigung auf der ersten, neun Filme umfassenden Shortlist wäre schon ein mittelgroßes Wunder.

Für die Statistiker: Es ist das 6. Mal, dass Österreich den Film einer Regisseurin einreicht – 2 mal davon waren gemischte Duos. Für Ruth Beckermann ist es das erste Mal. Die letzte Nominierung (und Auszeichnung) gab es 2012 für Österreich mit Michael Hanekes „Amour“.

Der Film läuft gerade in den österreichischen Kinos.

Film 2 – „Dolmetscher“ („Tlmočník) – Slowakei

Marginal besser stehen unserer Ansicht nach die Chancen für den slowakischen Beitrag „Dolmetscher“. Obwohl uns der Film gar nicht so schlecht gefallen hat, gab es keine nennenswerten Festivalerfolge oder sonstige Anzeichen, dass der Film eine Chance haben könnte.

Der Film ist eine minoritäre österreichische Produktion, 18% des Budgets und Hauptdarsteller Peter Simonischek halten die rot-weiß-roten Farben hoch. Die Slowakei hat in ihrer relativ kurzen Geschichte noch nie eine Nominierung erhalten. Die Tschechoslowakei insgesamt 6 (zuletzt 1991) und wurde davon zwei mal ausgezeichnet.

Film 3 – „Yomeddine“ („يوم الدين“) – Ägypten

Was an „Yomeddine“ österreichisch ist? Regisseur Abu Bakr “A.B.” Shawky ist ägyptisch-österreichischer Doppelstaatsbürger. Außerdem listet die IMDB den Film als u.a. österreichisch (was genau gar nichts heißt). Tatsache ist aber, dass dieser Film unsere größte Hoffnung ist. Teilnahme im Wettbewerb von Cannes ist schon mal was. Dort gewann der Film wenigstens den François Chalais Award. Dieser Nebenpreis wird an Filme verliehen, die sich besonders um journalistische Werte verdient machen. Also sollten dem Film wenigstens die Filmkritiker dieser Welt gnädig gestimmt sein.

Ägypten hat übrigens auch noch keine einzige Nominierung vorzuweisen. Es gab überhaupt erst neun Nominierungen für afrikanische Filme (davon drei Auszeichnungen).

Zusammengefasst: Das wird dieses Jahr nix. 

Falls sich ernsthaft jemand für die nicht-österreichischen Filme interessiert, dann verweisen wir gerne auf die Kollegen von Flip the Truck, die da immer einen besseren Überblick haben und euch im Vorfeld und rund um die Oscars bestens mit Informationen versorgen werden.

Ein Kommentar

  1. […] fernhalten, was die großen Medien sowieso abdecken. Bei den Oscars 2019 sind ja bekanntlich gleich drei österreichische Filme im Rennen, dazu planen wir einen kleinen, rechercheintensiveren Schwerpunkt im neuen […]

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