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Medienecho Meiberger – Das sagen die Kritiker

Schauen wir über den Tellerrand. Am Freitag hatte „Meiberger – Im Kopf des Täters“ auch in Deutschland seine Premiere, das heißt es gibt jetzt auch eine internationale Perspektive. Wir haben nachgelesen, was die Kolleginnen und Kollegen so schreiben.

Unsere Kritik zur ersten Folge „Meiberger – Im Kopf des Täters“ habt ihr sicher schon gelesen. Faszinierend an Serienstarts ist aber auch, was in der Breite so über die Serie gesagt wird. Wir haben einige Stimmen und Kommentare von anderen Medien (D und Ö) zusammengetragen und auch verlinkt, damit ihr ein möglichst breitgefächertes Meinungsspektrum zu lesen bekommt.

Was sagt Deutschland?

Eine sehr frühe Kritik (4 Tage vor Start in Deutschland) kommt von Jens Schröder bei MEEDIA. „Meiberger“ könne mit großen (öffentlich-rechtlichen) Sendern mithalten. Das wird sowohl als gut wie auch schlecht interpretiert. Die optischen Produktionsstandards großer Sender werden erreicht, aber „insgesamt wirkt “Meiberger” zu brav, zu öffentlich-rechtlich, um wirklich innovativ oder neu zu sein.“ Auch eine gewisse Überladung mit den Familienszenen stellt Schröder fest. Fazit: Nicht schlecht, aber kein Muss.

Die von der Nachrichtenagentur teleschau verfasste Kritik findet in mehreren Onlinepublikationen Verbreitung. Interessant daran ist, dass die Redaktion dort – und das ist die wohlwollende Interpretation – eine ganz andere Schnittfassung gesehen haben dürfte als wir. Da werden detailliert einige Elemente aus der Auftaktfolge beschrieben, die so nicht stattgefunden haben. Ein paar weitere interpretative Differenzen im Text nehmen wir an und laden zur Diskussion.

Ziemlich geradlinig kommt die Review der Serienjunkies daher. Johanna Thron packt alles rein, was man wissen muss und erwarten kann. Die grundlegende Handlung, dass es zu Beginn darum geht die Figuren vor- und aufzustellen, Parallelen zu „The Mentalist“ und woher man die Hauptdarsteller sonst so kennen könnte. Das Fazit bleibt fair und offen:

Screenshot: serienjunkies.de

Etwas ausführlicher wird unser Freund und Kollege Timo Niemeier bei DWDL.de. Kontext zur Strategie des Senders und die österreichischen Quoten sind ebenso Teil seines ersten Eindrucks, wie eine detaillierte Kritik der Handlung ohne allzu viele Details oder das Ende zu verraten. Auch Timo sieht Parallelen zu öffentlich-rechtlichen Produktionen („…ohne Probleme am ZDF-Vorabend…“) und Serien wie „Monk“ oder „Einstein“. Die Kritik am gewohnten Krimigenre wird aber wieder abgeschwächt wenn er eingesteht, dass für den Erfolg von Servus TV in Deutschland eine ausgefallenere Serie wohl hinderlich wäre.

Gemeinsam haben übrigens alle Kritiken – inklusive unserer – dass sie die wunderbare Optik preisen. Auch an der schauspielerischen Leistung des Ensembles hat niemand wirklich was auszusetzen. Aber das letzte Wort haben sowieso die Zuschauer.

Und wie waren die Quoten?

Wie auch schon bei „Trakehnerblut“ berichtet Der Standard in seiner Onlineausgabe über die Quoten von „Meiberger“. Mit durchschnittlich 235.000 Zuschauern und fast 8% Marktanteil kann der Privatsender das absolut als Erfolg verbuchen. Bei der Ausstrahlung in Deutschland schalteten dann am Freitagabend ca. 90.000 Menschen ein. Da wäre wohl mehr gegangen.

Bei „Trakehnerblut“ ging es danach (und nach einem deutlich schlechteren Start) aber steil hinunter, bis sich die Staffel in der zweiten Hälfte wieder etwas erholte. Mal schauen wie der Quotenverlauf bei „Meiberger“ sein wird.

Screenshot: derstandard.at

Als Synonym für „loslegen“ oder „Erfolg haben“ ist „durchstarten“ zwar in Gebrauch, aber war das hier nötig? „Gut durch“ könnte auch ein Qualitätsurteil wie bei einem Stück Fleisch sein (was wiederum ambivalent zu deuten wäre). Oder ist das ein Vergleich mit dem Durchstarten eines Flugzeugs, also einer missglückten Landung, bei der niemand zu Schaden kam, und die man gleich noch einmal probiert? Episodenkritik hat Der Standard leider keine zu bieten. Immerhin regt die Überschrift zum Nachdenken an, was man von den Foren-Kommentaren leider nicht behaupten kann.

Überhaupt sind die Kritiken – insofern man sie überhaupt so nennen kann – in Österreich verhältnismäßig kurz und generisch ausgefallen. Die Tiroler Tageszeitung (8.11., nur Print) findet Karl nicht ideal besetzt und die Folge überhaupt zum Gähnen. Die Oberösterreichischen Nachrichten sehen zwar wenig Neues, aber Potenzial. (7.11., nur Print). Der Kurier lässt euch seine „Kritik“ wenigstens online lesen, wirklich mehr als grundlegende Infos zur Serie stehen aber nicht drinnen.

Was im Vorfeld des „Meiberger“-Starts aber schon häufiger zu lesen war, waren Interviews. Gefühlt haben Fritz Karl, Ulrike C. Tscharre und Cornelius Obonya jedes einzelne Medium besucht. Teilweise waren das interessante Gespräche, aber unter Strich doch nur PR für und keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Produkt.

Mal schauen wie sehr sich die Kritik und Berichterstattung entwickeln, wenn nach der Pilotfolge überhaupt noch eine stattfindet. Hier bei uns lest ihr jedenfalls in den nächsten sieben sechs Wochen* eine ausführliche Kritik zu jeder Folge. Sagt es weiter.

(Beitragsfoto: ServusTV / MonaFilm / Olaf R. Benold)

*Nachträgliche Ergänzung: Die letzten zwei Episoden werden bei ServusTV Österreich am 18.12. direkt hintereinander ausgestrahlt.

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