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Kritik: Schnell ermittelt 6×10 „Louis Rauscher“

Ein irrsinnig origineller Fall stiehlt im Finale die Show. Die große Resolution bleibt ein paar wenigen Szenen vorbehalten – da haben wir uns mehr erwartet.

Völlig losgelöst, von der Erde

„Schnell ermittelt“ scheint in ihrer 6. Staffel den Weltraum für sich entdeckt zu haben. Oder die Autoren haben sich da nicht wirklich abgesprochen. Anders ist es nicht zu erklären, dass es nach 6×06 „Oleg Dinisowitsch“ und den diversen Scifi-Referenzen in 6×09 „Dominik Fiedler“ (die Serie im TV, die Musik, der Geek…) nun auch im Staffelfinale wieder um die Raumfahrt geht. Aber erstens ist das ohnehin ein spannendes Thema, und zweitens bietet Verena Kurth in „Louis Rauscher“ einen gänzlich anderen Zugang, und zwar einen verdammt originellen: Dieses mal ging’s um den Mord unter Teilnehmern einer Studie, die eine Marsmission simulieren.

Das ist in vielerlei Hinsicht sehr gelungen – optisch machen die Kamerafahrten über die Sat-Anlagen ordentlich Eindruck, und auch innerhalb der Marsmission hat die Folge einen unverkennbaren Look. Besonders cool ist jedoch, dass während der ersten Hälfte der Folge das Experiment noch fortgesetzt wird und ausschließlich Angelika auf die Raumstation gelassen wird. Wie glaubhaft das ist, warum sie ins Habitat reingelassen wird, während Franitschek und Stefan durch die Bullaugen bloß große Augen machen, ist ein bisschen fragwürdig, aber geschenkt: Resultat ist jedenfalls, dass Angelika auf sich allein gestellt stilvoll im ASD-Anzug die Verdächtigen kennen lernt und verhört, während Franitschek und Stefan in der Basisstation in Wien das ihrige zur Lösung des Falls beitragen.

Foto: ORF/MR Film/Petro Domenigg

Die besten Kriminalfälle sind jene, die nicht nur in einer originellen Arena stattfinden, sondern auch einen neuen Twist für die bewährte Krimiformel finden. In „Louis Rauscher“ tut die Serie das gleich in vielerlei Hinsicht: Ausnahmsweise musste sich Angelika erst zum Mordopfer vorkämpfen (so spät in der Folge war Angelika wohl noch nie beim Leichnam), ausnahmsweise haben wir sofort alle Verdächtigen im Blick, ausnahmsweise ermittelt Angelika lange solo, und ausnahmsweise scheinen wirklich alle Verdächtigen einander zu decken. Das ist alles reichlich ungewöhnlich für die Serie, doch im Gegensatz zum ebenso originellen „Oleg Dinisowitsch“ ist das Staffelfinale durch und durch noch „Schnell ermittelt“. Nachdem das Experiment dann abgebrochen wird (was von Vera Mahringer schamlos für die PR ausgeschlachtet und sogar inszeniert wird – sehr witzig!), wird der Fall dann deutlich konventioneller und langweiliger. Das hätte ruhig ein wenig später passieren können, aber auch das ist geschenkt – der Fall war einfach cool.

Dass Angelika im Mars-Habitat eingesperrt ist, hat noch eine weitere Auswirkung auf die Folge: Es ist ein Vorwand, Fall und episodenübergreifende Handlung strikt voneinander zu trennen. Nachdem Angelika gleich eingangs den Entschluss fasste, wegen Jans Mord reinen Tisch zu machen, und auch die gewaltige Streitszene mit Stefan sie nicht davon abhalten konnte, dauert es dann doch die gesamte Dauer des Falls über, bis sie Stanic endlich einweiht. Und so ist der Mordfall Louis Rauscher nicht so sehr mit Angelikas Privatleben verzahnt wie etwa das in der Folge zuvor war – was bei dem fesselnden Mars-Fall aber nicht weiter stört.

Foto: ORF/MR Film/Petro Domenigg

Was es heißt, das Richtige zu tun

Wie wir vorige Woche anmerkten, hatte „Schnell ermittelt“ noch in jeder Staffel zum Schluss eine irre Wendung zu bieten – manche glückten, manche weniger. Der große Twist in Staffel 6 scheint hingegen zu sein, dass es keinen großen Twist gibt. Die gesamte Staffel über haderte Angelika mit der Last des Wissens über den von Jan verübten Mord, und gerade in den letzten Folgen wurde diese Last immer erdrückender für Angelika. Und so kommt es nicht gerade überraschend, dass sie Stanic dann auch tatsächlich reinen Wein einschenkt.

Nicht, dass diese Voraussehbarkeit hier langweilig sei. Es gibt da schließlich immer so ein Nagen im Hinterkopf, ob sie nicht doch noch abspringen wird – selbst in der letzten Szene, als Angelika vor Gericht aussagen soll, bleibt es bis zur letzten Sekunde spannend, ob sie es endlich tun wird.

Aber es hätten sich auch andere Hürden angeboten – Stanic etwa, der Angelikas Geschichte gar nicht hören will. Stanics Reaktion ist eine der faszinierenderen Aspekte des Finales: Während Stefan Angelikas Karriere lediglich als Druckmittel nützen möchte, um sie umzustimmen, ist die Sorge um Angelika bei Stanic wohl der Hauptgrund, warum er bereit ist, den Fall ad acta zu legen.

Doch Stanic ist bei Weitem nicht der Einzige ist, der bereit ist, die ganze Geschichte unter den Tisch zu kehren. Angelika hat das eine ganze Staffel über ausgehalten, Franitschek ist Angelika loyal, Stefan hält dicht, und Anamo und Jan sowieso. Eigentlich erschreckend, wie viele Mitwissende es geben kann, bevor ein Mord aufgeklärt wird. Andererseits auch verständlich, dass man nicht dafür verantwortlich sein will, dass ein geliebter Mensch hinter Gittern wandet und sein Leben ruiniert ist (wobei Jan natürlich selbst dafür verantwortlich ist, was er tat, wie Angelika auch versucht Stefan klarzumachen). Es ist Angelika umso höher anzurechnen, dass sie sich trotz aller Widerreden dafür entscheidet, das Richtige zu tun.

Das heißt natürlich: Tut sie das? Was ist das Richtige, und wer entscheidet das? Objektiv ist die Sache relativ einfach: Jan ist schließlich ein Mörder. Ein extrem uneinsichtiger noch dazu, der nicht nur nie wirklich Reue zeigte, sondern sich in Staffel 6 dazu entschloss, sich wieder völlig auf Anamo – und all das, was sie verspricht – einzulassen. Der freudig im Drogenrausch über den Dächern Wiens tanzt, vollkommen ahnungslos und vor allem sorglos, wie nah er am Abgrund steht. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, dem er sich in jugendlichem Übermut (oder eher Unvernunft) hingibt. Angelika hingegen steht seit vielen Folgen am Abgrund und weiß es auch. Später, vor Gericht, steht Jan dann Ernüchterung im Gesicht, während bei Angelika endlich die Last abfällt. Weil sie das Richtige tut. Oder?

Stefan sieht das nicht jedenfalls nicht so. Natürlich ist er der Gegenpol, will verhindern, dass sein Sohn ins Gefängnis wandert. Aber so ganz schlau ist da nicht zu werden, was er da von sich gibt. „Was bist du für ein Mensch. Stehst da und sagst unser Sohn ist ein Mörder“, sagt er etwa zu Angelika. Und ich kann einfach nicht begreifen, wie er zu diesem Schluss kommt. Dass sich Eltern nicht eingestehen wollen, dass ihr Sohn ein Mörder ist, das ist ja noch verständlich – Stefan will das ganz klassisch verdrängen. Er tut das allerdings mit einer Logik, der ich nicht folgen kann.

Foto: ORF/MR Film/Petro Domenigg

Entweder er kann sich eingestehen, dass sein Sohn ein Mörder ist, aber will nicht, dass er eingesperrt wird, weil das Jans Zukunft ruiniert – verständlich. Oder aber Stefan ist überzeugt, dass Jan niemanden umbrachte, weil er seinen Sohn besser kennt als jeder andere. Angelika muss sich täuschen, sie hat Fakten verwechselt, etc. – das wäre auch ein Narrativ, das ich glauben und verstehen könnte. „Schnell ermittelt“ erzählt aber irgendwie eine unlogische Mischung aus beidem. Anstatt seine Einwände zu verstehen, denke ich mir nur: Stefan macht einfach keinen Sinn, wenn er Angelika verhöhnt mit „Bist du der liebe Gott?“ Das positioniert Angelika automatisch im Recht und vermindert den Konflikt.

Vielleicht schlüsseln wir das hier auch zu rational auf? Vielleicht sagt man in so einem emotionalen Ausnahmezustand auch mal Dinge, die keinen Sinn ergeben, weil man sie so sehr nicht wahrhaben möchte. Zudem hat er auch Argumente, die sitzen. Stefan hat ja wirklich alles versucht, dass die Familie wieder zusammenfindet, und Angelika ist nun im Begriff, sie für immer zu entzweien. Und dass Kathrin das Angelika womöglich nicht verzeihen können wird, da ist was dran – diese Bedenken äußert Angelika auch später am Ufer noch einmal. Doch Angelika tut es trotzdem.

Es ist ein Schritt, den Stefan Angelika nicht verzeihen kann. Während Angelika zum Schluss also endlich vor Gericht sitzt und aussagt, ist der Platz zwischen Kathrin und Franitschek frei. Stattdessen sehen wir Stefan zu Hause im Garten mit steinernem Gesicht eine Zigarette rauchen. Die Paradeiser und Blumen, die sie pflanzten, gibt es nicht mehr, alles ist trostlos, der Winter ist da. Und als Angelika endlich ihre Aussage tätigt, ist Stefan weg und das Haus menschenleer. Angelika hat das Richtige getan, aber die Familie ist entzweit. Es ist ein stiller, poetischer Abgang, den Stefan da macht.

Die Frage ist: Für immer? „Schnell ermittelt“ hält sich da elegant die Tür offen, ob Schauspieler Andreas Lust zurückkehren wird oder nicht. Traurigerweise muss ich sagen, dass ich Stefan nicht allzu vermissen würde. Die Liebesbeziehung der beiden ist schon seit einigen Staffeln auserzählt, und auch in Sachen Jan hat sich die Serie schon einigermaßen schwer getan, da die letzten zehn Folgen zu füllen – und auf Country-Musik hatte die Serie in letzter Zeit scheinbar auch wenig Bock.

Laserfokus

Doch während Stefan in „Louis Rauscher“ als Charakter ordentlich bedient wurde, gehen viele andere Figuren leer aus. Zum Beispiel Angelikas Tochter. Es ist ja toll, dass Kathrin dieses Jahr wieder bei „Schnell ermittelt“ öfter zu sehen ist als noch in Staffel 5. Es ist wichtig, weil das Thema Familie zu einem so essentiellen wurde und Kathrin da eine sehr wichtige Rolle einnimmt – nicht zuletzt, weil sie die letzte Schnell ist, die noch nicht die bittere Wahrheit kennt. Sie ist die letzte Bastion eines normalen Lebens. Beziehungsweise war, denn nach der Aussage ihrer Mutter ist alles anders. Unheimlich enttäuschend ist jedoch, dass das emotional von Seiten Kathrins überhaupt nicht ausgelotet wird, und wir nicht sehen, wie sie die Wahrheit über ihren Bruder erfährt (was ja wohl vor dem Termin im Gerichtssaal der Fall sein musste).

Und sie ist nicht die Einzige. In der finalen Folge der 6. Staffel ist „Schnell ermittelt“ so laserfokussiert auf die Titelheldin, dass für die Emotionen beinah sämtlicher anderer Figuren kein Platz ist. Angelika hat natürlich die größte emotionale Bürde zu tragen, und die Serie hatte immer schon alle anderen Figuren hinter Angelika anstehen lassen – aber muss die Serie so viele Nebenfiguren so komplett aussparen? Da lässt „Schnell ermittelt“ so viel an Emotionalität liegen, dass das Ende geradezu abrupt wirkt. Kemal, Maja, Kathrin – alle scheinbar uninteressant. Dass wir Kathrin im Gerichtssaal sehen ist da noch das höchste aller Gefühle.

Vor allem aber von Jan und Anamo hätte man sich Emotionen erhoffen können. Oder zumindest Reaktionen. Stattdessen sitzen die beiden im Gerichtssaal mit den selben, unlesbaren Gesichtsausdrücken wie immer. Wie es Jan dabei geht, als seine Mutter vor ihm auspackt? Keine Ahnung. Keine Wut, keine Erlösung, keine Enttäuschung, keine Verzweiflung, nichts. Der Zeitsprung in den Gerichtssaal ist dramaturgisch eigentlich sehr schön, weil er nochmal so imposant Angelikas Entscheidung zur Aussage auf den Punkt bringt – aber gleichzeitig ist er auch Sinnbild dafür, wie viele interessante und emotionale Geschichten „Schnell ermittelt“ auslässt.

Insofern ist schade, dass sich die Serie im Finale so sehr ihrem Fall der Woche hingibt, während es bei Jans Fall so viele Ellipsen gibt. Wie zum Beispiel auch die Tickets nach Buenos Aires – wurde das denn je angedeutet, dass sich die beiden endgültig aus dem Staub machen wollen? Warum – weil sie glauben, dass Angelika früher oder später die Wahrheit ans Licht bringen wird? Oder weil Anamo einfach keinen Bock mehr auf Angelika hat? Ist es Anamo, die Jan zum Auswandern manipuliert, oder haben die beiden das gemeinsam ausgeheckt? Doch anstatt diese Dinge zu klären zeigt uns „Schnell ermittelt“ die beiden lieber mal wieder beim Knutschen.

Und jetzt?

Egal ob „CopStories“ oder vorherige Staffeln von „Schnell ermittelt“ – unsere Theorien für die letzten Episoden von Staffeln lagen immer weit daneben. Umso überraschender, dass wir dieses Mal gleich mehrmals goldrichtig lagen – und das nicht nur mit dem Offensichtlichen, nämlich dass Angelika die Wahrheit sagen wird. Dass Jan etwa nach Argentinien auswandern möchte, damit hatten wir in unserer Kritik zu 6×09 „Dominik Fiedler“ schon spekuliert – damit werden wir uns ewig brüsten. Wir hatten da keinerlei Insider-Wissen, wir schwören: Argentinien ist einfach thematisch sehr reizvoll, schließlich ist das Land bekannt als einer der beliebtesten Zufluchtsorte für deutschsprachige Mörder.

Na gut, nicht all unsere Theorien wurden bestätigt. Zu Beginn der Staffel spekulierten wir ja, dass die Serie den Spruch „Einmal Mörder, immer Mörder“ wieder aufgreifen würde, der ja in den ersten beiden Staffeln zentral war – doch Fehlanzeige, dieses Süppchen aufzukochen, daran war „Schnell ermittelt“ nicht interessiert. Ebenfalls daneben lagen wir, dass die letzte Folge der Staffel Nico Schnabel heißen würde, dass die gesamte letzte Folge also der Aufklärung des Schnabel-Falls gewidmet sei.

Es steht noch nicht fest, ob „Schnell ermittelt“ in eine 7. Staffel gehen wird – mit „Louis Rauscher“ hat die Serie aber einen ausgezeichneten Mittelweg gefunden, der viele Fragen beantwortet (oder zumindest die wichtigste), aber noch genügend Dinge ungeklärt lässt, um die Leute heiß auf eine Fortsetzung zu machen. Gleichzeitig hat das Finale von Staffel 6 aber auch ganz schön den Status Quo torpediert – nicht nur was Angelikas Privatleben anbelangt, sondern auch ihr berufliches.

Wie kann die Serie jetzt weitergehen? Zeit für unsere Spekulationen:

  • Maja wird nicht nur wieder in den Dienst geholt, sie wird sogar Chefinspektorin (weil Frani freiwillig verzichtet).
  • Damit die Serie aber nicht in „Landauer ermittelt“ umbenannt werden muss, ermittelt auch Angelika weiter. Jetzt inoffiziell, weil sie wegen der Vertuschung des Mordes an Nico Schnabel suspendiert wurde.
  • Alternativ gibt ihr Serge Falck wieder einen Sonderstatus (wie in den Filmen) und alles ist wie gehabt. (Bitte nicht, das wäre zu einfach.)
  • Angelika ist alleine. Jan ist im Gefängnis, Kathrin studiert wieder in Salzburg und Stefan ist verschwunden. Jetzt hat sie auch Zeit für einen neuen Liebhaber: Obertschnigg.

Aber jetzt genug der Fan-Fiction und Spaß beiseite: Angelikas Suspendierung wäre schon ein spannender Anlass, um die Grundprämisse ein wenig durchzurütteln und seine Formel zu ändern. Nicht, dass „Schnell ermittelt“ das brauchen würde – gerade so Fälle wie „Louis Rauscher“ beweisen schließlich, dass es auch nach 64 Folgen immer noch reichlich Variationen innerhalb der etablierten Erzählmuster der Serie gibt.

Noch mehr Bla:

  • Beitragsfoto: ORF/MR Film/Petro Domenigg
  • Wie komisch war denn dieser Teaser geschnitten?
  • Die Flugtickets verraten, wann die Folge spielt: November 2017.
  • Die Dienstmarke wiederzufinden ist ja eine ganz nette Idee, jetzt kurz bevor Angelika sie abgeben muss. Besonders originell wurde das aber nicht umgesetzt. Trotzdem: Die Dienstmarke mit dem Bild der jungen Angelika ist natürlich ein schöner Gegenstand, der an die gute alte heile Zeit erinnert.
  • Nun, wo wir am Ende der 6. Staffel angekommen sind, stellen wir fest, dass sich die Serie von vielen ihrer Running Gags mittlerweile verabschiedet hat. In der Pathologie wird keine Country-Musik mehr gespielt, Franitschek wurde seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr Frantischek genannt, und die konfusen Bestellungen bei Fritz sind mittlerweile auch eine Seltenheit geworden. Ich bin gar nicht traurig, dass diese Dinge allesamt nicht mehr wie ein Uhrwerk zwanghaft in jeder Folge präsent sind, aber trotzdem noch immer wieder auftauchen. Meine Forderung: wieder mehr Schildkröten für Franitschek!
  • Auf Facebook habe ich die Theorie gelesen, dass Jan vom Dach stürzte und die Gerichtsszene nur ein Traum von Angelika sei. Der Theorie kann ich aber nichts abgewinnen, aus dem einfachen Grund, dass es nicht genügend Hinweise darauf gibt. Denn nein, die Polizeisirenen in der Szene am Ufer können nichts mit Jan zu tun haben – als Jan am Dach kurz vor dem Abgrund steht, ist es noch Abend, Angelika und Franitschek besprechen sich jedoch tief in der Nacht.
  • Das war’s mit „Schnell ermittelt“ Staffel 6. Schön, dass ihr die Staffel mit uns verfolgt habt, wir hatten jede Menge Spaß. Wer mit uns nochmal die gesamte Staffel revue passieren lassen möchte, und auch mal an anderen Meinungen als die von mir interessiert ist, der sollte am Donnerstag nochmal auf Bruttofilmlandsprodukt vorbeischauen. In der dieswöchigen Ausgabe unseres Podcasts besprechen Hari und Birgit ihre Eindrücke.
  • Jetzt seid ihr dran: Wie hat euch das Finale gefallen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

4 Kommentare

  1. Susanne 23. Nov 2018

    Schaue immer begeistert Schell ermittelt und lese eure Reviews dazu, weil ihr doch immer wieder Details erzählt, dir mir zum Teil nicht auffallen.

    Aber dass in der letzten Szene so viele nichtssagende und emotionslose Gesichter sind, da stimme ich nicht zu. Angelikas Zerrissenheit hat mich aus ihrem Blick förmlich angesprungen. Der suchende Blick zu Jan, diese lautlos flehende Hoffnung, dass er doch bitte bitte einsehen muss, dass es das einzig Richtige und Rechte ist, wenn er für seinen Fehler gerade steht. Und gleichzeitig, dass sie nur gegen ihn aussagt, wenn er sein okay gibt. Sie kämpft so sehr mit sich, soll sie, soll sie nicht? Und die Antwort darauf gibt ihr Jan mit einem endlich festen und einsichtigen Blickkontakt, in welchem ich zum ersten Mal Reue erkenne und damit die Einsicht, dass er einen Fehler gemacht hat. Dann folgt ein kaum erkennbares Lächeln von Jan, er gibt Angelika sein okay. Und Angelika erwidert dieses Lächeln genauso schwach, den die Tragik erlaubt in dieser Szene einfach nicht mehr Freude über Jans Eingeständnis. Und dennoch ist darin so viel Dankbarkeit zu sehen und die schwere Bürde, die Angelika nun endlich abgeben kann.

    Habe das nur ich so wahrgenommen?? Ich jedenfalls finde die Szene und die wortlose Kommunikation der beiden hervorragend gespielt.

    • Hannes Blamayer Autor des Beitrages | 23. Nov 2018

      Hab’s mir jetzt nochmal angeschaut. Stimmt, Jan lächelt da kurz, das war mir leider nicht aufgefallen. Da kann man schon etwas Reumütiges hineininterpretieren. Oder zumindest etwas, das gutheißt, was Angelika da tut. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen: Wenn das Einzige, das Jan „bereuen“ lässt, ist, dass Angelika vor Gericht gegen ihn aussagt, dann ist das keine ehrliche Reue. Da tut ihm eher Leid, dass er erwischt wurde, als dass er Nico Schnabels Tod bereuen würde. Insofern sehe ich da nicht wirklich eine neue Note für seinen Charakter gespielt, für mich hat dieses Lächeln also dennoch nichts Versöhnliches.

  2. Eva Walder 20. Nov 2018

    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Jan vom Dach sprach und die Gerichtsszene nur ein Wachtraum von Angelika war. Es war ja auch in anderes Licht getaucht. Natürlich kann es auch sein, dass Jan dann im letzten Moment doch nicht vom Dach gesprungen ist. Aber die Gerichtsszene war keinesfalls bereits „real“

    • Hannes Blamayer Autor des Beitrages | 22. Nov 2018

      So im Nachhinein bin ich mir jetzt auch nicht mehr so ganz sicher. Wie Hari in unserem Podcast erklärt lässt sich die Serie dieses Türchen schon offen. Und es wäre ja nicht das erste Mal, dass uns die Serie auf diese Art gefoppt hätte.

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