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Episode 3 – CopStories

Diesmal in Serie. Hari und Hannes besprechen (bis Minute 00:20:15 spoilerfrei!) „CopStories“, eine exzellente Serie basierend auf einem niederländischen Vorbild. Bisher wurden zwei Staffeln ausgestrahlt und zwei weitere abgedreht. Absolute Empfehlung!

Links

  • Inoffizielle Facebookseite der Serie (mit Infos zu Musik, etc.)
  • Informationen zur Serie bei der Produktionsfirma Gebhard Productions
  • Alle „CopStories“-Artikel auf Fortsetzung.tv. Darunter Reviews zu jeder einzelnen Episode von Hannes!
  • „Was macht eine Qualitätssserie zu einer Qualitätsserie?“ Die Frage stellt Hari im Podcast an Hannes. Wer sich gerne näher mit derThematik beschäftigen möchte, der sei auf die „12 Merkmale von Robert Thompson“ verwiesen, kompakt zusammengefasst auf der Seite Filmschreiben.de (und weniger kompakt im empfehlenswerten Buch „Serielle Formen: Von den frühen Film-Serials zu aktuellen Quality-TV- und Onlineserien“ von Robert Blanchet)
  • Interview mit Johannes Zeiler in der Kleinen Zeitung
  • Trailer zu „Planet Ottakring“
  • „Copstories“ -relevante Auszüge aus einem Interview, das Hari im Jänner 2015 mit Bernhard Natschläger, dem zuständigen ORF-Redakteur zur Serie, geführt hat.

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Wie war das bei COPSTORIES, das du redaktionell betreut hast?

Serge Falck hat mich darauf aufmerksam gemacht, denn die Serie lief bei einem kleinen niederländischen Privatsender und war nicht auf meinem Radar. Er hatte dort eine Episodenrolle und hat mir dann von der Serie erzählt. Die Rechte waren verfügbar und wir haben erste Überlegungen angestellt, was es hier zu beachten gibt. Zuerst ließen wir einige Bücher übersetzen, um uns genauer mit dem Stoff auseinander zu setzen. Die Geschichten haben wir dann mit den Autoren soweit adaptiert, dass die weniger aktuellen und spezifisch niederländischen Handlungen herausgestrichen oder ersetzt wurden. Bei den horizontalen Bögen mussten wir dem Umstand Rechnung tragen, dass das Original in jeweils 13 Folgen pro Season erzählt war, wir aber nur Zehnerstaffeln produzieren konnten. Was uns aber ab Mitte der zweiten Staffel ohnehin nicht mehr so sehr gekümmert hat, weil wir ab da völlig eigenständig entwickelt haben.

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Mit Gebhardt Productions wurde eine Produktionsfirma gefunden. Wie ging es mit der inhaltlichen Arbeit weiter?

Im Wesentlichen geht´s in den nächsten Schritten darum, das Team vor und hinter der Kamera zu finden. Neben den in jeder Hinsicht zentralen Autoren muss zu Beginn die Regiefrage, und mit den Regisseuren dann die Besetzung der weiteren Departments wie Kamera, Ausstattung, Kostüm, Ton, Maske, etc., geklärt werden. Dann: Es gab einen sehr intensiven aber auch spannenden Castingprozess. Während des Drehs wurde bereits parallel geschnitten, dadurch hatten wir relativ rasch nach einem Drehblock erste Rohschnitte zur Ansicht. Da wird dann viel diskutiert und da und dort umgeschnitten, bis ein Rohschnitt offiziell abgenommen wird – der sogenannte Picture Lock – und mit der Postproduktion begonnen werden kann.

Besonders auffällig ist auch die bei der Ausstrahlung verwendete Musik.

Bei einer ersten Staffel setzen wir uns bereits im Vorfeld intensiv mit dem Sound- und Musikkonzept auseinander. Im Produktionsablauf selbst sind die fertigen Rohschnitte das Startsignal für die Arbeit der Filmmusiker. Sie sind zuständig für die verwendeten Source- oder Scoremusiken, sowie für das komplette Sounddesign. Dann gibt’s noch Arbeitsschritte wie Farb- und Lichtkorrektur, Mastering der Sendebänder etc. Irgendwann sind schließlich die fertigen Sendebänder beim Sender und können On Air gehen.

Die Serie BRAUNSCHLAG wurde vor der Ausstrahlung auf DVD veröffentlicht, die nächste David Schalko-Serie ALTES GELD wird wahrscheinlich auf dem VoD-Portal Flimmit erstveröffentlicht. Die DVDs von COPSTORIES waren während der Ausstrahlung verfügbar. Welche Denkmuster stehen da dahinter, was wird mit diesen verschiedenen Methoden bezweckt und wie wird das entschieden?

Es ist nicht ganz neu, schon MA2412 wurde – damals noch auf VHS – schon vor der Ausstrahlung veröffentlicht. Dadurch kannten die Serie schon Viele und es wurde ein gewisser Bekanntheitsgrad und Vorabdiskurs erreicht. Bei der Ausstrahlung gab es dann schon eine gewisse Anzahl an Personen, die zu der Sendung schon eine Meinung hatten. Das ist gut, wenn es eine gewissen kritische Masse gibt die dann andere ans Gerät bringt. Das ist ein Zusatzangebot für diejenigen, die es schon vorher wissen wollen.

[…]

Ich persönlich nehme viele unterschiedliche Zusatzangebote zu Serien wahr. Teilweise von den Serienmachern, teilweise von externen Medien. Die gibt es in allen Formen von Besprechungen bis Podcasts und Diskussionsrunden. Ein Beispiel sind die Sendungen TALKING DEAD die im Anschluss an die Folge THE WALKING DEAD von AMC ausgestrahlt werden und Cast, Regie oder Autoren die Folge nachbesprechen. Wäre so etwas auch für ORF-Serien denkbar, speziell wenn eine Handlung in COPSTORIES gerade ein tagesaktuelles Thema trifft?

Denkbar ist das natürlich. Aber auch im großen ORF gibt es keine unendlichen Ressourcen. Wenn du dich hier in der Abteilung umsiehst, dann sind hier nur relativ wenige Personen, die sehr viel fiktionalen Output verantworten, und da sind die Grenzen des Machbaren bald mal erreicht. Dabei wären das wertvolle Tools zur Bindung einer stark interessierten Gruppe von Serienkonsumenten.

COPSTORIES hatte als eine der ersten ORF-Serien eine gut gewartete Facebookseite, auf der Fragen beantwortet und Sekundärmaterial regelmäßig verlinkt wurde.

Florian Gebhardt und ich haben die betreut. Speziell rund um die Ausstrahlung sind wir vor dem PC gesessen und haben versucht zu begleiten und Fragen zu beantworten. Wir haben auch Blogs verlinkt.
Häufig wurde nach bestimmten Musikstücken gefragt und das konnten wir nach einigen Folgen schon vorbereiten und am Ende eine vollständige Liste veröffentlichen. Was wir allerdings nicht können, auch wenn das mehrfach vorgeschlagen und gewünscht wurde, ist einen Soundtrack herausgeben. Denn die Musikrechte für die Ausstrahlung sind das eine, aber die gleiche Musik auf der DVD-Veröffentlichung oder als eigene Kompilation, sowas ist sehr oft rechtlich und so gut wie immer ökonomisch einfach unmöglich.

Die zweite Staffel hatte durchschnittlich knapp 400.000 Zuseher. Ist das ein Erfolg? Wie kann man das einordnen? Wie beurteilt man diese Quote?

Persönlich sage ich: das war eine gute Performance. Es hat gezeigt, dass diejenigen, die eingeschalten haben, auch dabei blieben und die Staffel mochten. Natürlich nehme ich gerne mehr als weniger und selbstverständlich gibt es Luft nach oben. Daher gibt es auch konkrete Überlegungen was man für die dritte Staffel – die ist schon fertig – und die geplante vierte Staffel machen kann, um noch mehr Leute dabei zu halten.

Gibt es schon einen Sendetermin für die dritte Staffel?

Nein, wir überlegen noch.

Der Ausstrahlungsplatz von erster und zweiter Staffel hat sich deutlich unterschieden und auch der Quotenverlauf war sehr interessant. Was wäre denn der ideale Sendeplatz?

COPSTORIES verlangt dem Zuseher sicher eine sehr hohe Konzentration und Aufmerksamkeit ab. Ich glaube, dass Österreich demografisch ein Land der Frühaufsteher ist und man dadurch auch zu einem gewissen Grad den Unterschied zwischen erster und der später gesendeten zweiten Staffel erklären kann. Die erste Staffel hatte auch einen teilweise wirklich verblüffenden Quotenverlauf, bei der zweiten Staffel hat sich das dann eingependelt.

[…]

Blick in die Zukunft. Die vierte Staffel COPSTORIES ist schon beauftragt. Gibt es eine Grenze, die die dritte Staffel nicht unterschreiten darf, damit eine fünfte nicht gefährdet wird oder gibt es einen Plan für z.B. sieben Staffeln und der wird durchgezogen?

Wir haben verschiedene Pläne in die verschiedenen Faktoren hineinspielen. Die Quote ist nur ein Faktor von vielen. Publikumsakzeptanz ist für uns wichtig, aber es ist nicht der einzige Parameter.

Credits

Bild: Gebhardt/ORF

Ein Kommentar

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