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Es gibt wieder Kohle! Förderentscheidungen #3/2019

Das österreichische Filminstitut hat wieder Förderentscheidungen getroffen und wir haben reingesehen, was der ÖFilm in Zukunft so mit sich bringt.

Wir werden nicht allzu sehr ins Detail gehen, wollen aber ein paar Highlights herausgreifen, Diskurs inspirieren und euch insgesamt einen kompakten Überblick geben. Alle Quellen und Dokumente sind verlinkt (siehe unten).

Wer hat was gefördert?

Das Österreichische Filminstitut sagte insgesamt 2,67 Mio. Euro zu. Der größte Brocken davon betrifft die Herstellung (1,92 Mio.) und der Bereich Verwertung (>471 Tsd.). Der Rest entfällt auf Projektentwicklung und berufliche Weiterbildung von einzelnen Filmschaffenden, die Unterstützung für z.B. Kurskosten erhalten.

NEU ist, dass auch eine Übersicht der Filmgenres angeführt wird, in der auch detailliertere Genres für „Drama“ ausgewiesen ist. Jetzt wissen wir, dass jeweils ein Coming-of-age, Beziehungs-, Kriegs- und Gefängnisfilm gefördert wurde. Weiter so!

Quelle: ÖFI

Welche Filme wurden gefördert?

„Der Fuchs“ ist das nächste Projekt von Adrian Goiginger. Nach seinem autobiografischen Megaerfolg „Die beste aller Welten“ hat der Mann einen ordentlichen Stein bei uns im Brett und deswegen hoffe ich schwer, dass er sich mit diesem Film nicht dem Rest der Branche anpasst. Aber lest selbst:

„Die wahre Geschichte eines jungen österreichischen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg einen Fuchswelpen trifft und durch die innige Freundschaft mit ihm den Glauben an die Liebe findet.“

„Der Fuchs“ auf filminstitut.at

Nach gepflegter Langeweile klingt „Der Lauf der Dinge“, der zu 250.000 Euro an Referenzmitteln noch 348.000 dazu bekam. „Nachwuchs“talent Ulrike Kofler ist nicht nur die Stammeditorin von Marie Kreutzer, sondern schreibt mit eben jener und Sandra Bohle auch das Buch.

Wer in der Kommission steht es sich so auf Füchse? Im Kinderfilm „Die Schule der magischen Tiere“ heißt das Viech Rabbat und ist der magische Begleiter von Hauptfigur Ida. Aber Kinderfilme sind meistens ganz erfolgreich, da verkraften wir eine verhältnismäßig bescheidene Förderung von 175.000 Euro jedenfalls.

Das Coming-of-Age Drama „Sonne“ hat eine „bedingte Zusage ohne Mittelbindung“ erhalten. Ich vermute der Grund liegt darin, dass der Film mit den Rechten an R.E.M.s „Losing my Religion“ steht und fällt.

Sehr spannend – und sicher so teuer, dass es die 750.000 Euro Förderung rechtfertigt – klingt „Sojus“. 3 Astronaut:nnen müssen von der (privatisierten!) ISS mitansehen, wie die Erde untergeht. Wenn wir Glück haben, wird das eine echt kreatives SciFi-Kammerspiel wie zB- Duncan Jones‘ „Moon“. Oder eben nicht. Lasst uns aber hoffen. Am Ende – ich zitiere hier Horst-Günther Fiedler – werden aber sicher alle was gelernt haben.

Was ist sonst noch erwähnenswert?

  • Hans Andreas Guttner war gerade erst mit „Die Burg“ mäßig erfolgreich im Kino. Sein nächstes Projekt – für das er hier 132.000 Euro an Herstellungsförderung erhielt – heißt „Tiergarten“. Einmal dürft ihr raten welche Institution diesmal im Fokus steht. Über „Die Burg“, „Tiergarten“ und ein paar ähnliche Filme geht es übrigens auch in unserem nächsten Podcast – allerdings nicht in der gewohnten Form einer Filmkritik. Wir hören uns am Donnerstag.
  • Hoanzl bekommt für die 13. Staffel der DVD-Edition „Der österreichische Film“ 100.000 Euro. Mal abgesehen davon, dass immer wieder davon gesprochen wird was diese Edition nicht für ein Verkaufserfolg sei, sollten wir nicht langsam ein anderes Verbreitungsmedium fördern?

Links

  • Förderentscheidungen 03/2019 des Österreichischen Filminstituts (PDF)
  • Alle Infos zur Referenzfilmförderung (LINK)

Anmerkungen

  • Wir lassen Stoff- und Projektentwicklung bewusst aus, weil in diesem Stadium zu viele Filme scheitern. Reden wir dann darüber, wenn das Projekt so weit ist, eine Herstellungsförderung zu erhalten.
  • Ebenfalls lassen wir die Referenzfilmförderung aus. Das sind Gelder, die eine Produktionsfirma erhält, weil sie mit vorangegangenen Projekten Erfolg in Form von Festivalpreisen und/oder Besuchern hatte. Basierend auf einer Punkteliste mit Kriterien kann dann eine Förderung abgerufen werden. Das ist prinzipiell ein gutes System aber, weil kein Juryentscheid dahinter steht, für uns nur sekundär interessant.
  • Auch die Aufschlüsselung der Gender-Verteilung könnt ihr selbst nachlesen. Ein einzelner Termin hat zu wenige Datenpunkte, um irgendeine echte Aussage zu haben. Aber natürlich schauen wir uns am Ende des Jahres das Gesamtbild an.

Ein Kommentar

  1. Tini Trepp 17. April 2019

    da traue ich mir keine echte Prognose abzugeben. maximal 20.000 Besucher, alles zusammen, wuerde ich tippen. dazu: wir foerden selbst die foerderung: Edition aut-film …

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