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Kinobesuche in Zahlen – Q1/2019

Der nächste Zahlenartikel. Nachdem wir uns letzte Woche einen Blick auf Serienquoten geworfen haben, widmen wir uns diesmal den Kinobesuchen. Welche ÖFilme waren im ersten Quartal 2019 im Kino und wie haben sie abgeschnitten?

Wir sehen uns an, welche Filme im ersten Quartal wie viele Besuche erhalten haben, wie sie historisch dastehen und auch im Vergleich zu den anderen, zum größten Teil amerikanischen Filmen, die ebenfalls im ersten Quartal im Kino liefen.

Erfolgreichste ÖFilm-Kinostarts 2019

Wenig überraschend ist „Love Machine“ ganz einsam an der Spitze. Auf Silber und Bronze sind Komödien, nämlich die André Heller-Verfilmung „Wie ich lernte bei mir selbst Kind zu sein“ und „Kalte Füße“, die es immerhin auf Besuche im fünfstelligen Bereich geschafft haben.

FilmtitelArtKinostartBesuche
Love Machine (Podcast)F01.02.2019133.559
Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Podcast)F01.03.201918.369
Kalte Füße (Podcast)F11.01.201916.463
Joy (Podcast)F18.01.20199.111
Der Boden unter den Füßen (Podcast)F22.03.20195.456
The Big JumpD08.03.20192.652
Ute Bock SuperstarD18.01.20192.305
Die BurgD15.02.20191.479
Mabacher – #ungebrochenD15.02.2019832
Kino Wien FilmD15.03.2019236

Nicht gelistet sind Filme die ihren Kinostart schon 2018 hatten aber auch im Folgejahr zahlreiche Besuche hatten.

Fakten zum Q1/2019

Hier ein paar (mehr oder weniger interessante) Fakten zu den ÖFilm-Kinobesuchen des ersten Quartals.

  • Zusammengerechnet entfielen auf die gelisteten Film 190.462 Besuche.
  • Hochgerechnet sind das am Jahresende 761.848. Zum Vergleich: Im Vorjahr besuchten laut Filminstitut knapp 732.000 lt. der Filmliste 1982-2018 (2017: 784.900). Darin enthalten sind aber nur Filme, die das ÖFI auch selbst gefördert hat. So gab es 2017 insgesamt 836.344 ÖFilm-Besuche (lt. Filmwirtschaftsbericht).
  • Viermal schafften es österreichische Filme im Q1 2019 in die Top 20 aller Filme des Monats. „Kalte Füße“ auf Platz 20 im Jänner, „Love Machine“ mit 104.895 sogar auf Platz 2 im Februar – geschlagen nur von „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ mit 203.253 – und mit weiteren ca. 24.000 dann noch auf Platz 10 im März, wo auch „Womit haben wir das verdient“ auf Platz 13 landete.
  • „Love Machine“ ist mit den aktuell mehr als 133.000 Besuchen auf Platz 30 der ewigen (also seit 1982) Bestenliste und verdrängt „Das weiße Band“. Auf Platz 29 und „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ fehlen noch mehr als 10.000 Besuche.

Zu den erfolgreichsten ÖFilmen seit 1982 und auch zu anderen Zahlen und Statistiken werden wir in den nächsten Wochen noch weitere Artikel nachliefern. Also nicht vergessen, regelmäßig hier bei Bruttofilmlandsprodukt vorbeizuschauen.

Links

Habt ihr Korrekturen, Feedback oder Meinungen zu den Zahlen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns via Kontaktformular. Auf dieser Seite findet ihr außerdem alle anderen Möglichkeiten, mit uns in Kontakt zu treten (Email, Twitter, Facebook). Wir freuen uns, von euch zu hören.

Woher stammen die Daten?

Vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI). Das ÖFI hat den gesetzlichen Auftrag, Zahlen zu erheben und zu berichten. Die hier angegeben Zahlen sind sicher nicht vollständig. So zeigen zum Beispiel die Zahlen, die der Produzentenverband Film Austria ausweist, mit Stand 25.3. zwei Filme mit insgesamt 1.949 Besuchen, die das ÖFI nicht listet. Einige Beispiele für Diskrepanzen in den zur Verfügung gestellten Informationen haben wir bereits zuvor angeführt.

Persönliche Anmerkung: Für uns ist es bequem, uns auf eine staatliche Quelle verlassen zu können. Wir müssen nicht selber recherchieren oder – in dem Fall eher – zukaufen. Wenn die Zahlen nicht stimmen, dann macht das ÖFI („der Staat“) seinen Job nicht richtig. Außerdem weisen sie teilweise Informationen nur für vom ÖFI geförderte Filme aus, womit die Datengrundlage weiter verwässert wird.

Wir mussten die Daten aber selbst aufbereiten, weil die Art und Weise, wie das ÖFI sie zur Verfügung stellt, stark verbesserungsbedürftig ist. So werden die gleichen Daten aus unterschiedlichen Zeiträumen mal als PDF und mal als Excel-Tabelle zur Verfügung gestellt.

Muss man nicht verstehen. Screenshot: ÖFI

Auch, dass teilweise nur vom ÖFI geförderte Filme gelistet werden, ist zu hinterfragen. In anderen Listen werden die Filme dann dafür mit Fußnoten versehen, wenn das ÖFI gar nicht oder nur die Verwertung förderte. Wozu die doppelte und gleichzeitig weniger aussagekräftigere Arbeit?

Da geht es jetzt auch um Transparenz „des Staates“ seinen Bürgern und Steuerzahlern gegenüber. Die vom ÖFI herausgegeben Filmwirtschaftsberichte z.B. sind nett durchzuklicken, aber will man einen Datensatz über mehrere Jahre erstellen, kommt man mit automatisierter Datenverarbeitung nicht sehr weit und muss sehr viel händisch machen. Das ist nicht transparent und „kunden“-freundlich. Ein diesbezüglicher Musterschüler ist übrigens der Fernsehfonds der RTR.

Ein Kommentar

  1. Horst-Günther Fiedler 7. Apr 2019

    Sachliche Analyse, zu der ich jedoch ein paar subjektive Anmerkungen machen möchte, nämlich Richtung Zukunft:

    Die Hochrechnung zum Jahresende mit 760.000 Besuchern ist sehr optimistisch, für mich eher schwer erreichbar. Warum? Wenn man sich die ÖFI-Seiten ansieht, was in Produktion ist bzw. so weit in der Postproduktion, dass es heuer noch starten kann (frage mich immer, warum das bei uns so ewig lange dauert), dann findet man … naja, ich wäre versucht zu sagen nichts, also sagen wir um des lieben Friedens willen: ziemlich wenig.
    Vor Kinostart (https://www.filminstitut.at/de/vor-kinostart/) nur schwere Kost bis in den September bei Spielfilm und Doku, die vereinzelt ihre Qualitäten haben mag, aber einem zahlenmäßig nennenswerten Publikum berührungslos am Hintern vorbeigehen wird. Trotzdem drücke ich der Komödie „Kaviar“ (Russischer Milliardär will auf der Schwedenbrücke eine Villa brauen, alle lernen eine Lektion fürs Leben), dem Drama „Nobadi“ (Pensionist begräbt mit Hilfe eines afghanischen Flüchtlings seinen toten Hund im Schrebergarten, alle lernen eine Lektion fürs Leben) oder „Nevrland“ (17jähriger Schlachthofhilfsarbeiter mit Angststörungen findet seine Erlösung bei einem Sex-Chat, alle lernen eine Lektion fürs Leben) alles erdenklich Gute.

    Sieht man sich an, was in Produktion (https://www.filminstitut.at/de/in-produktion/) ist und es daher vielleicht bis Jahresende in Kino schaffen könnte, dasselbe Bild. „Oskar & Lilli“ (Tschetschenische Flüchtlingsgeschwister, die bei Pflegefamilien in Wien leben, versuchen, ihre selbstmordgefährdete Mutter zu finden, alle lernen eine Lektion fürs Leben), „Little Joe“ (genmanipulierte Pflanzen, eine Mutter, die Angst hat, ihren Sohn zu verlieren und dabei sich selbst verliert, alle lernen – wir ahnen es – eine wertvolle Lektion fürs Leben) oder „Gipsy Queen“ (Alleinerziehende Kellnerin, die eigentlich Weltmeisterin im Boxen werden wollte, muss um ihre ausgerissenen Kinder kämpfen, oder so ähnlich) mögen ehrenwert, fein besetzt und voll mit gutem Willen sein – aber da ist, und da lehne ich mich gern weit aus dem Fenster, kein Publikumshit dabei, der die Statistik fortgeschritten fünfstellig nach oben treiben wird.
    Manche Filme, die seit über einem Jahr abgedreht sind, haben lt. ÖFI noch nicht mal einen Verleih, was nichts Gutes bedeutet. Nicht mal bei den Dutzenden Leicht- bis Mittelgewichtsdokus, die in der Pipeline warten, ist auf den ersten Blick ein Dark Horse dabei. Außer, in den Österreicherinnen und Österreichern explodiert plötzlich das cineastische Interesse an Themen wie Bora (nicht der VW, sondern der Wind), Brot oder Bernie Paul und seinem Circus Roncalli.

    Das wird ein interessantes, restliches Kinojahr aus heimischer Sicht, denn Hollywood haut uns riesige Steaks auf den Grill (Avengers: Endgame, König der Löwen, Aladdin, Fast & Furios: Hobbs & Shaw, Pets 2, Spiderman: Far from Home, Toy Story 4, etc), während uns der österreichische Film mit asketisch-grauem Gesicht einzureden versucht, dass blasser, salzarmer Gemüsesud viel gesünder und besser für die Welt sei. Ist ja nicht falsch und es kann nicht immer Steak sein, aber ein Schnitzerl wie „Love Machine“, ein kräftiger Gemüseauflauf wie „Green Lie“ oder eine ein bisschen pickerte Mehlspeis wie „Wilde Maus“ gehört auch dazu und stehen heuer wohl nicht mehr am Speiseplan.

    Bin sehr gespannt auf die Marktanteilsverhältnisse am Ende des Jahres …

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