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Kritik: Vorstadtweiber 4×03 – „Kuckuckskind“

Die Nachkommen des verblichenen Pharmabosses Morena stehen auch weiterhin im Zentrum der Handlung. Und es werden immer mehr.

Simons überstürzter Aufbruch mit der gemeinsamen Tochter setzt Walli sichtlich zu. Hadi als Mitwisser ist der einzige, mit dem sie reden kann. Wurde da letzte Woche eine Art von Romanze angeteasert, auf die beide zusteuern? Ein Happy End, bei dem die beiden irgendwas zwischen einer Zweck- und einer Liebesbeziehung eingehen, noch dazu mit altersentsprechenden Partnern?

Foto: ORF/MR Film/Fabio Eppensteiner

Hadi ist auf diesem Weg vielleicht schon einen Schritt weiter. Sich mit seiner Therapeutin was anzufangen ist vielleicht noch nicht gesund, aber zumindest passt das Alter. Uns schwant auch nichts Gutes, wenn wir (zweimal) sehen wie Barbara die beiden belauscht und ziemlich sicher einiges falsch interpretieren wird. Und vergessen wir nicht, welcher Wahnsinn in ihrer Familie schlummert.

Das Allererste das wir von Alma in der Serie hören ist Erbrechen. Die Drohung von Livia „Kein einziges Wort“ und die ostentative Inszenierung des Kotzens während sich Livia den Babybauch reibt, sprechen Bände. Und „Vorstadtweiber“ hämmert die Infos dann noch weiter in uns rein, als sich Alma von ihrer Großmutter und Livia von Milo nicht angreifen lassen. Wer es dann immer noch nicht verstanden hat: „Eine Morena bekommt kein uneheliches Kind“

Warum genau Livia und ihre Mutter Greta überhaupt dazu veranlasst auch in Wien zusammen zu wohnen, ist ein Rätsel. Gretas Meinung über die Morbidität Wiens, der auch in der Luft zu liegen scheint – wir wissen, es sind die Garnelen – mag zwar irgendwie zur Serie passen, aber da lässt die Serie jedweden Rest an sprachlicher Eleganz vermissen, der noch da gewesen wäre. Die artifiziellen Dialoge zwischen den beiden ermüden

Milos Vermögen und generelle Position dürfte er auch den Morenas zu verdanken haben. Da spielt „Vorstadtweiber“ vermutlich eine sehr einfach wie bekannte Partitur vom Arbeiterkind (variabel Migrationshintergrund und/oder kriminell) und dem Aufstieg in die höhere (nicht notwendigerweise bessere) Gesellschaft. 

Im Moment zerreißt es Milo aber emotional wohl ein wenig. Welche Zuneigung nehmen wir ihm wirklich ab? Die zu Caro? Schon irgendwie, weil sie ja doch eine „unserer“ Weiber ist. Die zu seiner Tochter Alma? Auch irgendwie, weil wir ihm echte Vaterliebe sehr wohl zutrauen. Die zu Livia? Da ist jedenfalls eine sexuelle Anziehung da und die Liebe und Verantwortung für das erwartete Baby auch. Aber wie wird sich das entwickeln?

Rückkehrer

Vanessa ist zurück. Und wie! Haben wir das kommen sehen? Jedenfalls ist es perfekt und dem Charakter absolut treu. Auch wenn sie in dem Telefonat noch mal ihre ganze Persönlichkeit nacherzählt (lässt sich von Männer aushalten ist aber eigentlich irgendwie asexuell und benutzt Sex nur als Werkzeug), ist die Charakterentwicklung stimmig. Sie hat es definitiv drauf den Job zu machen, den sie jetzt hat und Gebrauchtwagenhändler Werner hat sie ja zum Ende der letzten Staffel verlassen und ihren Job als Autowäscherin an Caro weitergereicht.

Sonias emotionale Wankelmütigkeit mag dem durch sie verursachten Tod des Vaters geschuldet sein. Wie sich sich dann aber die Unterschrift organisiert hat was von funktionaler Soziopathie. Dann treibt sie es aber zu seit und bekommt eine Information, die sie sicher nicht haben wollte. Sie hat einen weiteren Halbbruder.

Ebenfalls zurück ist Rudi (Thomas Stipsits). Ist uns Rudi eigentlich abgegangen? Nach der Trennung von Georg sind beide als Charakter irgendwie isoliert. Georg, weil seine Nützlichkeit für Milo und Gabriel Morena nicht mehr gegeben ist. Andere Immobilien dürfte er auch nicht im Repertoire haben. Und Rudi? Nachdem Tina (Proschat Madani) als Anwältin für alle und jeden nicht mehr zur Verfügung steht, kann er diese Rolle übernehmen.

Die dritte Rückkehrerin ist Mama Pudschedl (Susi Stach). Die kann nach den Erlebnissen der letzten Staffeln nichts mehr schockieren, wenn es um ihren Jörg und die Frauen geht.

Wie hat euch die neue Episode gefallen?


Und sonst?

  • Nico ist diese Woche ein wenig am Abstellgleis. Ihr Vater findet den Teppich, ob er was damit getan hat bleibt vorerst noch offen.
  • Hadi der Autokenner. Das war wirklich witzig.
  • Wer könnte der unbekannte Sohn Morenas sein? Leopold? Rudi? Francesco? Schnitzler? Oder Werner? Christoph Grissemann würde vom Typ passen Herz-Kestraneks Sohn zu sein. 
  • Caro ist mit einem Teenager überfordert. Lea sagt ihr auch auf den Kopf zu, dass sie ja eigentlich eh nichts macht. Was wurde also aus dem Job bei Werner?
  • Leopolds Anstrengungen den Teppich zu finden kommen etwas spät, oder? Seine Einschüchterungsversuche an Walli sind entzückend. Ihre Sätze fallen aber wieder unter die Kategorie „cool am Papier“ und wirken mehr als künstlich. Das kann Maria Köstlinger besser, hat sie schon 100-fach bewiesen.

Fotos: ORF/MR Film/Hubert Mican bzw. Fabio Eppensteiner

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